1) Nach welchen Grundsätzen wurden die Kartenpreise festgelegt?
Die FIFA versteht die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ ungeachtet des Austragungsorts als exklusive internationale Sportveranstaltung. Aus diesem Grund liegen die Kartenpreise für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ etwa auf dem Niveau von 2006. Nichtsdestotrotz berücksichtigt die FIFA auch die Besonderheiten des lokalen Markts. Die Kartenpreise für die WM 2010 tragen deshalb sowohl der Globalität der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ als auch den Bedürfnissen des Heimmarkts Rechnung.
2) Wieso haben die FIFA und das LOC die Preise für die Kategorie 4 so tief angesetzt?
In Deutschland kosteten die billigsten Karten 2006 EUR 35 (ca. USD 51). In Südafrika sind es nur USD 20. Die FIFA und das LOC wollen mit diesen sehr tiefen Preisen die einfachen Fans, die sich sonst keine WM-Karten leisten könnten, ansprechen und sie so an diesem einzigartigen Ereignis teilhaben lassen.
3) Wie gross sind die Kontingente der vier Kategorien?
Die Kontingente wurden noch nicht festgelegt. Diese hängen von der Kapazität der Stadien ab, die erst nach deren Konfiguration, die zudem von Spiel zu Spiel ändern kann, feststeht. Die FIFA und das LOC wollen in jedem Stadion mindestens 15 %, nach Möglichkeit bis 20 % der Kaufkarten der Kategorie 4 zuteilen.
4) Wie viele Karten werden für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ angeboten?
Die genaue Anzahl steht noch nicht fest. Sie wird erst zu einem viel späteren Zeitpunkt festgelegt. Gestützt auf die definitiven Zahlen bei den letzten Weltmeisterschaften und die geschätzte Bruttokapazität der zehn Stadien bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ sind für die 64 Spiele zwischen 2,8 bis 3,1 Millionen Kaufkarten zu erwarten. Diese Schätzung entspricht in etwa der Anzahl Karten, die für die Endrunden 2002 und 2006 in den Verkauf gelangte.
Die Anzahl Kaufkarten stimmt indes nicht mit der Bruttokapazität der Stadien überein, da für die Medien und Ehrengäste sowie aus Sicherheits- und anderen Gründen Plätze verlorengehen. Erst wenn der genaue Platzverlust feststeht, können die FIFA und das LOC die Anzahl Kaufkarten für die einzelnen Spiele bestimmen.
5) Wann wird der Kartenverkauf anlaufen?
Die erste Phase des öffentlichen Kartenverkaufs wird voraussichtlich im Februar 2009 anlaufen. Hospitality-Pakete werden bereits ab dem dritten Quartal 2008 angeboten. Weitere Informationen zu den Verkaufskanälen, dem FIFA-Reiseveranstalter-Programm, den nachfolgenden Verkaufsphasen und dem Verfahren für Kartenanträge für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ werden 2008 bekanntgeben.
6) Wer zeichnet für den Kartenverkauf verantwortlich?
Die FIFA trägt die Hauptverantwortung. Der Kartenverkauf wird unter der Leitung der FIFA und des LOC vom FIFA-Dienstleistungsunternehmen MATCH abgewickelt.
7) Wie will die FIFA den Verkauf von WM-Tickets auf dem Schwarzmarkt verhindern?
Schliesslich kann der Wert der Karten auf dem Schwarzmarkt ohne Weiteres dem Jahresgehalt eines gewöhnlichen Arbeiters in Südafrika entsprechen. Die FIFA und das LOC sind sich bewusst, dass der Schwarzmarkthandel nie gänzlich unterbunden werden kann. Sämtliche Anspruchsgruppen tun jedoch alles Erdenkliche, um den Schwarzmarkt auszuschalten, insbesondere mit der Schaffung der Kategorie 4 und des
Kartenfonds, die Bedürftigen und Niedrigverdienern in Südafrika WM-Spielbesuche ermöglichen sollen.
Wieso kommt der Kartenfonds allen Bewohnerinnen und Bewohnern Südafrikas und nicht nur den südafrikanischen Bürgerinnen und Bürgern zugute?
Aus rechtlichen und anderen Gründen ist eine Diskriminierung allein aufgrund der Nationalität zu vermeiden. Zudem darf man nicht davon ausgehen, dass sich alle Ausländerinnen und Ausländer in Südafrika WM-Karten leisten können. Das wäre ein Irrglaube. Das Vertriebssystem wird auf jeden Fall so ausgestaltet, dass möglichst nur bedürftige Fussballfans von diesen Freikarten profitieren können.
9) Werden für alle 64 Spiele, einschliesslich des Endspiels, Freikarten zur Verfügung stehen?
Ja. Aufgrund der grossen Nachfrage wird die Mehrheit der Karten jedoch für Gruppenspiele bestimmt sein. Die genaue Anzahl der Karten pro Spiel hängt von der Kapazität des jeweiligen Stadions, der Anzahl Einwohnerinnen und Einwohner im Einzugsgebiet des Stadions, der Turnierphase und den beteiligten Teams ab. Für die 48 Gruppenspiele stehen insgesamt mehr Freikarten zur Verfügung als für die restlichen 16 Partien.
10) Die Karten der Kategorie 4 sind vergleichsweise billig. Die Preise für alle anderen Kategorien liegen aber über denjenigen von 2006. Macht die FIFA damit nicht ein Riesengeschäft?
Nein. Die Erträge aus dem Kartenverkauf (nach Abzug der Mehrwertsteuer und der Betriebskosten vom Kartennennwert) gehen an das lokale Organisationskomitee und sind dessen wichtigste Einnahmequelle.