Südafrika ist öfters Gastgeber für große Sportereignisse, beispielsweise für den Rugby World Cup (1995) oder den Cricket World Cup (2003). Aber die Fußballweltmeisterschaft, das zweitgrößte Sportereignis nach den Olympischen Spielen – und wenn man sich die TV-Zuschauerzahlen ansieht sogar noch größer – ist eine Klasse für sich. Für vier Wochen im Jahr 2010 wird Südafrika das Zentrum der Welt sein. Die Augen von Milliarden Zuschauern und eine geschätzte Zahl von drei Millionen Besuchern aus aller Welt werden sich am südlichen Ende Afrikas versammeln, um gemeinsam ein fantastisches Fußballfest zu feiern.
Doch was bedeutet das für das Land? Als die FIFA sich entschied, die Weltmeisterschaft das erste Mal nach Afrika zu bringen, tat sie es nicht nur basierend auf den bisher existierenden Dingen – sowohl Infrastruktur im Bereich Transport, Telekommunikation und Sportanlagen, als auch ein Volk, das bekannt für seine Begeisterungsfähigkeit und Gastfreundschaft ist. Die FIFA blickte auch voraus: 2010 sollen die Fußballfans die Vorzüge einer Investition von mehreren Milliarden Rand genießen können, wie kürzlich von der Regierung bekannt gegeben wurde.
Zwischen jetzt und 2010 wird Südafrika alleine 5 Milliarden Rand investieren, um die 10 FIFA World Cup Stadions auszubauen. Die gleiche Summen fließen jeweils in die Flughäfen des Landes, sowie noch einmal die das Straßen- und Schienennetz. Die Zeitpläne sind eng, aber es sieht gut aus, dass die “Gautrain” als Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Johannesburg, Johannesburg International Airport und Pretoria rechtzeitig fertig und betriebsbereit ist.
Glaubt man der Consulting-Firma Grant Thornton, wird die Weltmeisterschaft rund 20 Milliarden Rand in Südafrikas Wirtschaft spülen, geschätzte 12 Milliarden Rand, die direkt ausgegeben werden sowie ungefähr 160.000 neue Arbeitsstellen. Besonders die Tourismusindustrie des Landes will von den drei Millionen besuchern profitieren, während Baufirmen gerne etwas vom riesigen Kuchen der Bauvorhaben abhaben möchten.
Die indirekten Folgen durch das gestiegene Ansehen Südafrikas in der Welt sollen aber noch weitaus größere Folgen haben. Während die direkten Ausgaben der Wirtschaft natürlich einen großen Schub verpassen werden, werden die indirekten Folgen weitaus bedeutender und nachhaltiger sein, wenn sie ihre volle Entfaltung auch erst in einigen Jahren zeigen werden. Gehofft wird auf ein gestiegenes Ansehen Südafrikas und des gesamten Kontinents bei Investoren aus aller Welt.
2006 machte Präsident Thabo Mbeki klar, dass die WM 2010 nicht nur Südafrikas Entwicklung beschleunigen könnte, sondern dem gesamten Kontinent helfen könnte. “Im Gegenzug für die unersetzlichen Vorteile, die uns die FIFA und der Rest der Fußballwelt bescheren, werden wir sicherstellen, dass 2010 die beste Fußballweltmeisterschaft aller Zeiten wird!” – markige Worte, aber wenn wir es nach der WM 2006 in Deutschland jemandem gönnen, uns zu übertreffen, dann doch sicher den Südafrikanern.